Abschluss-Übung der Einsatzabteilung

Am vergangenen Freitag (25.10.19) fand in den Abendstunden die Abschluss-Übung der Einsatzabteilung statt. Angenommen wurde ein Brand im Keller einer KFZ-Werkstatt an der Hainer Chaussee. Infolge unsachgemäßer Reparaturen an der Heizungsanlage kam es zu einer Verpuffung im Heizungskeller. Der komplette Werkstattbereich wurde dadurch verraucht.
Um die Übung so realistisch wie möglich zu gestalten, wurde anfangs zunächst nach F1 – Unklare Rauchentwicklung alarmiert, woraufhin das erste Löschfahrzeug zum Einsatzort ausrückte.

  

Nach kurzer Erkundung erhöhte der Gruppenführer umgehend das Einsatzstichwort auf „F2Y – Feuer in KFZ-Werkstatt, vermutlich Personen im Gebäude“. Als Herausforderung stellte sich nunmehr die knappe Informationslage dar: es war nach Betriebsschluss, trotzdem brannte Licht in der Halle und der Hintereingang war nicht abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war unklar ob und wie viele Personen in welchem Bereich des Gebäudes vermisst wurden.
Knapp vier Minuten nach Erhöhung des Alarmstichwortes erreichten nun auch das zweite Löschfahrzeug, sowie Kommandowagen und MTF mit weiterem Personal die Einsatzstelle, woraufhin weitere Trupps unter Atemschutz ins Gebäude vordrangen, um die Menschenrettung und Brandbekämpfung zu unterstützen.
In einer abgeschlossenen und verrauchten Toilette wurde schließlich der nahezu bewusstlose Inhaber der Werkstatt angetroffen und ins Freie gebracht – auch er konnte aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung keine Angaben zu weiteren Personen im Gebäude machen.
Wie schwierig es in dieser Situation sein kann, vermisste Personen in einem so verwinkelten Gebäude zu finden, zeigte sich gegen Übungsende: In der hintersten Ecke des verrauchten und stockdunklen Heizungsraumes wurde die platzierte Übungspuppe „leblos“ aufgefunden, nachdem der komplette Werkstattbereich abgesucht worden war. Die sonst bewährte Wärmebildkamera konnte bei der Suche nach einer „kalten“ Puppe nicht eingesetzt werden. Den überwiegend jungen Kammeraden wurde so eindrucksvoll verdeutlicht, wie wichtig und schwierig es ist, verwinkelte Räume unter körperlicher Anstrengung und Orientierungslosigkeit gründlich nach Vermissten abzusuchen, gerade falls die Wärmebildkamera einmal ausfallen sollte. Hinter jeder Tür und jeder noch so kleinen Ecke könnte sich eine hilfsbedürftige Person befinden, die gerettet werden muss.

  

Die Wehrführung, die sich traditionell mit der Organisation der Abschluss-Übung befasst hatte, fand für den gesamten Ablauf neben wenigen Punkten mit Verbessrungspotential vor allem lobende Worte. Im Zuge der Erkundung unter absoluter Informationsknappheit und hinsichtlich der ergriffenen Maßnahmen wurde alles richtiggemacht – es wurde vom Schlimmsten ausgegangen (Personen im Gebäude) – was sich später bewahrheiten sollte.
An dieser Stelle möchten wir uns recht Herzlich bei der Firma Erdogan GmbH bedanken, die uns eine Übung in ihren Räumlichkeiten ermöglichte und auch bei den zahlreichen Zuschauern vor Ort, die sich entgegen Erfahrungen andernorts trotz Neugier und Interesse in ausreichendem Abstand positioniert hatten.

Wer Interesse an einem Ehrenamt in der Feuerwehr hat, ist herzlich eingeladen sich mit der Wehrführung in Verbindung zu setzen und am nächsten Schulungsabend vorbeizuschauen.